Boys und Rock und Roll

27. Februar 2010

In unserer 356. Ausgabe der Happydays bringen wir die Fortsetzung eines lange zurückliegendes Programms „Girls und Rock und Roll“ als „Boys und Rock und Roll“. .

Die Sendung beginnt in der ersten Stunde aber wie immer erst einmal mit Nummer-1-Hits aus den Charts aus Österreich. Chris Andrews brachte seinen „Yesterday Man“. Den Titel hatte Andrews selbst geschrieben. In seiner Heimat England brachte er den Titel nur auf Position 3 der Charts, die Nummer 1 erreichte er jedoch in Österreich, Deutschland und in Irland.

Die erste Stunde wird umrahmt von dem Programmpunkt „Original und Fälschung“. Diesmal geht es um den Song „Denis“, den wir als Original von Blondie aus dem Jahre 1978 hören. Genaugenommen war auch diese Version ein Cover, das Original stammte aus dem Jahre 1963 von Randy & The Rainbows und besang ein Mädchen namens „Denise“. Bei Blondie wurde daraus ein Junge und als „Fälschung“ hören wir die deutsche Version von Rudolf Rock & die Schockers.

In der zweiten Stunde gibt es dann „Boys und Rock und Roll“, dass hießt Hits, die einen Männernamen im Titel tragen. Den Anfang machen für den Buchstaben „A“ die Gruppe Sweet mit Alexander Graham Bell, ein Titel der nicht, wie viele andere der Gruppe, die vorderen Hitparadenplätze erreichen konnte, aber dafür von einer Person erzählt, die wirklich existiert hat, nämlich dem Erfinder des Telefons. Auch der zweite „A“-Titel besingt eine Person der Vergangenheit: „Amadeus“ von Falco, die Rap-Hymne auf Mozart.

Unter „H“ hören wir Herman’s Hermits mit „I’m Henry The Eigth, I Am“, der sich textlich aber nicht auf den englischen König bezieht. Hier geht es um den 8. Ehemann einer Dame, die nur Männer mit dem Vornamen Henry geheiratet hat. Die Komposition stammt aus dem Jahre 1910 und war der größte Erfolg des Music-Hall-Sängers Harry Champion. Champion sang den Titel mit vier Strophen und Refrain, während Herman’s Hermits in Ihrer Aufnahme von 1965 lediglich dreimal den Refrain sangen.

Noch älter ist die folgende Komposition „Prince Igor“. Der Hit von Rapsody stammt von 1997, die Komposition findet sich jedoch in der Oper „Fürst Igor“ von 1890. Die Melodie findet sich in der Baletteinlage der Oper, den „Polowetzer Tänzen“.

Einer der Höhepunkt der Sendung ist der Vorletzte Titel: der deutsche Hillbillie-Titel „Nathan der Friedensrichter“ von Ralf Bendix.
Viel spaß wünscht
Ted

Special: 75. Geburtstag von Elvis Presley

9. Januar 2010

In unsere 349. Happydays-Ausgabe feiern wir den gerade stattfindenden 75. Geburtstag des King of Rock’n’Roll: Elvis Presley. Aus diesem Anlass spielen wir Titel, die von ihm bekannt gemacht wurden in den Coverversionen seiner Nachfolger.

Die 18. und letzte Nummer-1-Single von Elvis war der Titel aus seinem Comeback Special „Suspicous Mind“. Geschrieben wurde der Titel von Mark James, der ihn auch als erstes, wenn auch erfolglos, sang. Elvis nahm den Titel im Februar 1969 in Memphis zusammen mit zwei anderen Titel auf, „In The Ghetto“ und „Kentucky Rain“, die ebenfalls Hits wurden. Die Aufnahmesitzung wurde als „Memphis Session“ bekannt. Wir hören die Coverversion aus dem Jahre 1986 der Fine Young Cannibals. Bei dieser Aufnahme hört man den Bronski-Beat-Sänger Jimmy Somerville im Background. Diese Aufnahme erreichte Platz 8 der britischen Charts.

1956 veröffentlichte Elvis den Titel „Love Me Tender“, den er im Film „Pulverdampf und heiße Lieder“ sang. Die Melodie basiert auf einem Volkslied, in den USA bekannt als „Aura Lee“, in Deutschland als „Immer wieder lieb ich dich“. Wir hören die Coverversion von Roland Rat, einer Puppe, die eine Ratte darstellt. Roland Rat wurde bekannt durch eine Show des britischen Frühstücksfernsehens, deren Einschaltquoten gesunken waren. Durch Roland Rat sollte die Sendung interessanter gemacht werden, was auch beeindruckend gelang. Roland Rat wurde daher in England bekannt, als einzige Ratte, die ein sinkendes Schiff betrat (und es dadurch rettete). Höhepunkte der Show waren sowohl Roland Rats Gesang als auch ein Autorennen mit dem österreichischen Rennfahrer Roland Ratzenberger.

Den Abschluss macht die britische Reggae-Formation UB40 mit „(I Can’t Help) Falling In Love With You)“. Der Titel geht bereits auf das Jahr 1780 zurück, als der französische Komponist Jean-Paul Martini das Lied „Plaisir d’amour“ schrieb. Diese Komposition war die Grundlage für zwei Popsongs: „My Love Loves Me“ von Anita Carr und eben „(I Can’t Help) Falling In Love With You)“, das Elvis Presley 1961 einsang. Der Titel war 1961 in seinem Film „Blue Hawaii“ zu hören und erreichte 1962 die Spitze der britischen Charts. 1993 coverten UB40 den Titel. Er sit enthalten auf ihrem Album „Promises And Lies“ und war im gleichen Jahr im Soundtrack des Films „Sliver“ enthalten. Der Titel erreichte die Spitzenposition in den USA und England und in Deutschland die 2.

Viel Spaß wünscht
Ted

Deutsche Hitparade vom 1. Oktober 1984

8. Oktober 2009

In der 346. und vorerst letzten Ausgabe der HappyDays werfen wir einen Blick auf die deutschen Charts, und zwar auf die Automatenmarkt-Hitparade vom 1. Oktober 1984.

Die Liste beginnt auf Platz 50 mit Tracey Ullman, aber der erste Titel, den wir spielen ist „Dum Dum Girl“ von Talk Talk. Der Titel war der erste Track ihres Albums „It’s My Life“ und geschrieben von den Bandmitgliedern Mark Hollis und Tim Friese-Greene. Das Album war zwar schon das zweite der Gruppe, jedoch ihr erstes Chartalbum in Deutschland und ihre ersten beiden Hitsingles „Such A Shame“ und „Dum Dum Girl“ sind darauf zu finden. Mit dem zweiten Hit gehen wir auf unserer Liste zu Platz 43 und in den deutschen Schlager: wir hören G. G. Anderson mit „Am weißen Strand von San Angelo“. Es war bereits sein 7. Hit in den deutschen Charts und stammte aus dem Album „Lass uns träumen“, dass es nicht in die Charts gebracht hatte. Geschrieben hat er den Titel selbst.

Auf Platz 42 liegt, bereits seit drei Wochen Platziert, Udo Jürgens mit „Rot blüht der Mohn“. Es war für ihn bereits der 50. Hit. Mit dem Titel war er am 22.9.1984 in der ZDF-Hitparade aufgetreten und mit 20,5% den zweiten Platz erreicht, nur noch geschlagen von Klaus Lage mit „1001 Nacht (Zoom!)“, das wir auf Platz 6 unserer Liste hören werden. Auf der 33 liegt eine Band der Neuen Deutschen Welle Geier Sturzflug mit „Einsamkeit“, ihrem letzten Hit. Der Sänger und Chef der Gruppe Friedel Geratsch hatte zunächst 1977 mit Reinhard Beierle das Duo Dicke Lippe gegründet und den Titel „Bruttosozialprodukt“ aufgenommen, bevor er im selben Jahr die Gruppe Schotter Blau Gebündelt gegründete, die 1979 in Geier Sturzflug umbenannt wurde.

Auf Platz 29 folt Cyndi Lauper mit ihrem dritten Hit „She Bob“. Aufgrund einer Textzeile „I’ll Go Blind“ die als Andeutung von Masturbation gedeutet wurde, wurde dieser Titel auf eine schwarze Liste, die „Filthe Fifteen“ gesetzt, die von der Elternorganisation „Parents Music Resource Center“ zusammengestellt wurde. Lauper sagte zwar in einem Interview, dass sie den Song nackt aufgenommen habe, sie wünsche aber, dass Kinder bei der genannte Zeile an tanzen denken und erst später den Sinn verstehen. Die 28 belegen die Briten der Gruppe Queen mit „It’s A Hard Life“ aus ihrem Album „The Works“. Geschrieben vom Freddie Mercury wurde der Text des Titels inspiriert durch die Opernarie „Ridi, Pagliacci“ aus der Oper „I Pagliacci“ von Leoncavallo Im Video hierzu traten traten die Bandmitglieder in pompösen Kostümen auf, die sie als Heiß und unbequem beschrieben und ebenfalls auf Oper hindeuten sollten.

Die Top-10 beginnen ebenfalls mit einer britischen Gruppe „Master & Servant“, ihrem 8. Hit in Deutschland und der Nachfolger zum Nr-1-Hit „People Are People“. Auch dieser Titel wurde wegen seines Textes als anstößig empfunden und im amerikanischen Rundfunk nicht gespielt. Diesem Schicksal soll die Aufnahme bei der britischen BBC nur dadurch entgangen sein, dass bei der entscheidenden Abstimmung ein Verantwortlicher Mitarbeiter sich im Urlaub befand. Auf der drei hören wir noch einmal Talk Talk mit ihrem ersten und größten Hit bei uns „Such A Shame“. Auf der zwei folgen Bronski Beat mit ihrem ersten Hit „Such A Shame“, ein Hit, der in den folgenden Jahren vielfach gecovert wurde, wenn auch nie mit Charterfolgen. Die Nummer 1 war der Offizielle Song der Olympischen Spiele in diesem Jahr, die in Los Angeles stattfanden: „Reach Out“ von Giorgio Moroder und Paul Engemann.

Viel spaß wünscht
Ted

Bravo-Charts vom 28. September 1995

27. September 2009

In der 345. Ausgabe der Happydays gehen wir nur ein wenig in die Vergangenheit und betrachten wir die Bravo-Lesercharts vom 28.09.1995.

Nachdem wir ausgewählte Titel aus den LPs, die die Top-10 der LP-‚Bravo-Charts spielen beginnt die Singlehitparade mit der Kelly Family und „An Angel“. Mit diesem Titel begann die große Karriere der Kelly Family. Sie hatten zwar bereits 1980 eine Hit, aber bis 1994 zu „An Angel“ aber leider keinen. In den nächsten zehn Jahren sollten dann noch 23 weitere Hits folgen. „An Angel“ erreichte sogar die Charts in England und Holland. Geschrieben wurde der Titel von der Kelly Family selbst. Auf Platz 29 folgt der einzige Hit der jamaikanischen Sängerin Diana King „Shy Guy“. Bekannt wurde der Titel durch den Einsatz im Film „Bad Boys – Harte Jungs“.

Es folgt ein weiteres One-Hit-Wonder in den Bravo Charts Edwyn Collins mit „A Girl Like You“. Diesen Titel konnte der Schotte gleich in zwei Filmen unterbringen “Empire Records” der wohl in Deutschland nicht zu sehen war und „§ Engle für Charlie – Volle Power“. Inhaltlich war der Titel ein Tributsong an Iggy Pop und erzählt die Begegnung Pops mit einem außergewöhnlichem Mädchen. Am Vibraphon war der Drummer der Sex Pistols Paul Cook zu hören. Anschließend folgen auf der 27 die fantastischen Vier mit „Sie ist weg“. Insgesamt war es die zehnte Single der Stuttgarter, wobei es nicht jede davon die Charts gebracht hatte. Es war die erste Single aus ihrem Album „Lauschgift“.

Auf der 27 liegt die Hamburger Boyband Bed & Breakfast mit „If You Were Mine“. Ein Mitglied dieser Formation war David Jost, der jetzt als Manager für Tokio Hotel arbeitet. Er ist auch Co-Autor ihre ersten Hits „Durch den Monsun“. Bed & BReakfast bestand nicht sehr lange. Die Gruppe löste sich 1997 wieder auf. 1999 gab es zwar den Versuch eines Comebacks, jedoch ohne Charterfolg. Die nächste Boyband folgt auf Platz 25 mit Worlds Apart. Diese britische Gruppe bestand immerhin bis 2000. Wir hören „Baby Come Back“, ein Titel, der in ihrem Heimatland nicht mehr die Charts erreichen konnte, aber immerhin Frankreich die Nummer 3. Wegen des Erfolgs, den die Gruppe in Frankreich hatte, machten drei der Mitglieder als Trio weiter.

Die Top-10 beginnen mit Scatman John, einem amerikanschen Jazzmusiker, der mit über 50 Jahren kurz vor seinem plötzlichen Tod noch Erfolge in den Popcharts feiern konnte. Wir hören „Scatman’s World“. Auf der drei liegt noch eionmal die Kelly Family, diesmal mit ihrem Titel „Roses Of Red“. Auch die drei wird von einer Boyband belegt: die niederländisch-britische Gruppe Caught In The Act mit „Let This Love Begin“. Ihr Erfolg wurde im wesetnlichen begründet durch den Auftritt in der Serie „Gute Zeiten – schlechte Zeiten“. Und wie in den LP-Charts so ist auch in den Single-Charts der Bravo die Nummer 1 belegt von Take That. Der Hit „Never Forget“, der Verdis Requiem zitiert, war die letzte Single der Gruppe mit Robbie Williams.

Viel Spaß wünscht

Ted

Special: Herz

18. September 2009

In der 344. Ausgabe der Happydays ist das Thema das menschliche Herz aus Anlass des Weltherztages.

„Schalt mal dein Herz auf Empfang“ ist ein Titel von Michael Schanze, mit dem wir die Sendung beginnen. Es war das Lied der ARD-Fernsehlotterie des Jahres 1978. Dieses Duett mit einem Roboter, der seine Antworten mit Piepstönen gibt, stammt, vom Berliner Komponisten und Produzenten Joachim Heider, mit dem Schanze in dieser Zeit zusammenarbeitete. Der hellblaue Roboter mit dem blinkenden roten Herzen und den leuchtenden grünen Augen wurde wegen der Piepstöne vom Leiter der Fernsehlotterie Jochen Richert auch „Pipifax“ genannt. Bedient wurde er bei öffentlichen Auftritten vom Techniker Udo Moelzer. Die Charts hat der Titel nicht erreicht.

Der zweite Titel, den wir hören ist Trios „Herz ist Trumpf (dann rufst du an…)“. Es war der fünfte der sieben Hits der Gruppe und erreichte in den deutschen Charts 1983 Platz 6. Der Titel stammt aus Trio zweitem und letztem Hitalbum „Bye Bye“. Dieses Album enthilt 16 Felder, die Werbekunden mit ihrer Werbung buchen konnten. In den fünf verschiedenen Auflagen kamen unterschiedliche Werbeanzeigen auf dieser Weise zustande und die Einnahmen hieraus spendete Trio an Greenpeace.

Es folgen Annie Lennox und Al Green mit ihrem Hit aus dem Jahre 1988 „Put A Little Love In Your Heart“. Der Titel stammt aus dem Film „Scrooged“. Die Komposition ist aber viel älter. Sie wurde 1968 von Jackie DeShannon und Randy Myers für DeShannon geschrieben. Sie erreichte damit die Nummer 4 in den Charts. Womöglich ist die Komposition sogar noch älter, denn ihr wurde vorgeworfen, dass sie zuviel Ähnlichkeiten mit „Baby, You’re A Rich Man“ von den Beatles und im Refrain mit „Love Machine“ von Girls Aloud hat.

Erma Franklin war die ältere Schwester von Aretha Franklin. Sie sang 1967 den Titel „Piece Of My Hêart“. Der Titel erreichte 1967 die Top-10 der amerikanischen R’n’B-Charts und Platz 67 der Popcharts. Der Titel wurde in der späteren Zeit vielfach gecovert, etwa 1968 von Janis Joplin, 1981 von Sammy Hagar, 1990 von Jenny Morris, 1993 von Faith Hill und 2005 von Melissa Etheridge. Anschließend hören wir die deutsche Formation Rudolf Rock & Die Schocker mit „Klitzekleines Herz“. Der Titel von 1992 ist die deutsche Coverversion von Billy Ray Cyrus’ „Achy Breaky Heart“. Cyrus ist heute besser bekannt als Robby Ray, der Vater von Hannah Montana in der gleichnamigen Fernsehserie. Den Abschluss unserer Sendung macht Petula Clark mit „Happy Heart“. 1969 erreichte sie damit Platz 62 der amerikanischen Charts. Geschrieben wurde der Titel vom Happysound-Erfinder James Last.

Viel Spaß wünscht
Ted

Special: Liedermacher

12. September 2009

In der 343. Ausgabe der Happydays widmen wir uns dem Thema Liedermacher. Anlass ist der Tag der deutschen Sprache am 12. September.

Der Begriff des Liedermachers geht auf Wolf Biermann zurück, der das Wort in Anlehnung an Bertolt Brechts Bezeichnung für seine Arbeit „Stückeschreiber“ wählte. Biermann spielen wir nicht, aber wir beginnen mit Dieter Dehm, der in den achtziger Jahren der Manager von Biermann war. Dieter Dehm begann seine Karriere ebenfalls als Liedermacher und veröffentlichte 1979 den von uns gespielten Titel „Der Sänger mit den besseren Liedern“, mit der er sogar in Ilja Richters Disco auftreten konnte. Anschließend hören wir ein Urgestein der Kabarett-Szene, den Liedermacher, Schauspieler und Synchronsprecher Hanns Dieter Hüsch. Er singt ganz Exemplarisch „Liedermacher“, ein Titel von 1977.

Einer der bekanntesten deutschen Kabarettisten ist Hans Scheibner, der eigentlich Werbetexter ist. Von ihm hören wir gleich zwei Titel. Zunächst singt er mit Meyers Dampfkapelle „Ich möchte so gern am Fließband stehn“, durch die Dixielandbegleitung und den ironischen Text ein typischer Titel für die Hamburger Szene der 70er Jahre. Anschließend singt er solo „Was in Achterndiek in der Nacht geschieht“, das 1977 auf der LP Achterndiek erschien und das Märchen vom Fischer und seiner Frau in ein modernes Gewand kleidete. Danach hören wir Hannes Wader mit „Heute hier, morgen dort“. Es stammt aus dem Album „7 Lieder“ von 1972 und wurde so populär, dass man durchaus von einem modernen Volkslied sprechen kann.

Weniger bekannt ist der darauf folgende Interpret: Fiede Kay. Vorwiegend schrieb er Lieder in plattdeutscher oder friesischer Mundart und wurde deshalb auch „der Volkssänger aus dem Norden“ genannt. Von ihm hören wir ein hochdeutsch gesungenes Lied „Frühling spiegelt sich in deinen Augen“. Es folgt Kays Schulfreund Knut Kiesewetter, mit dem er auch seine erste Schallplatte gemeinsam aufnahm. Kiesewetter, der aus Stettin stammt, war dem Jazz genauso zugeneigt, wie den Liedern in friesisch und plattdeutsch. Er hatte auch einige Hits im Schlagerbereich mit der Gruppe „Die Tramps“. Wir hören von ihm „Fahr mit mir den Fluss hinunter“, in dem er sich mit rassistischen Vorurteilen auseinandersetzt.

Anschließend singt Ina Deter „Wenn du so bist wie dein Lachen“. Deter hatte zunächst als Liedermacherin angefangen und sich mit diesem Lied 1976 bei der deutschen Vorausscheidung zum Eurovision Song Contest beteiligt. Der Erfolg des Titels brachte ihr den ersten Plattenvertrag ein, auch wenn sie den Wettbewerb nicht gewann. Später änderten sie ihren Stil und hatte 1982 einen Hit und ihren größten Erfolg mit „Neue Männer braucht das Land“. Eine besondere Spielart der Leidermacher gaben die „Blödelbarden“, bei denen der humorige Text im Vordergrund stand. Ein typsches Beispiel war das Duo Schobert und Black, bestehend aus Wolfgang Schulz und Lothar Lechleiter. Sie nannten sich selbst die „Erfinder des höheren Blödsinns“. Wir hören von ihnen den „Beutelgesang“. Hits hatten sie leider keine.

Viel Spaß wünscht
Ted

Special: Die erfolgreichsten Coverversionen von Motown-Titeln

4. September 2009

In der vergangenen Woche haben wir die Gründung des Plattenlabels Motown gefeiert. In dieser Woche spielen wir in der 342 Folge der Happydays die erfolgreichsten Coverversionen von Titeln, die ursprünglich durch die Plattenfirma Motown bekannt wurden.

Den Anfang macht der Titel „Take Me In Your Arms (Rock Me A Little While)“. Geschrieben wurde der Titel vom Autorenteam Holland/Dozier/Holland und zunächst aufgenommen von Eddie Holland 1964. Diese Version wurde jedoch lange nicht veröffentlicht. Den ersten Hit hatte damit Kim Weston 1965 in den R&B-Charts. Die Isley Brothers coverten den Song 1967 und die Doobie Brothers 1975. Diese Version, die Platz 11 der Billboard-Charts erreichte, spielen wir. Bill Cosby kennen wir als Schauspieler in Fernsehserien. In den USA ist er jedoch auch Sänger und hatte 1967 einen Hit mir „Little Ole Man (Uptight, Everything’s Allricht)“. Dies ist die Parodie eines Titels von Stevie Wonder „Uptight (Everything’s Allright)“ von 1965, der erste Hit, den Stevie Wonder selbst mitgeschrieben hatte.

„Never Can Say Goodbye“ ist ein Titel der in den 70er Jahren durch Gloria Gaynor in den Discotheken zum Hit wurde. Der Titel erreichte 1974 die Nummer 9 der Charts in den USA. Das Original war nur vier Jahre älter. 1971 brachten die Jackson 5 den Titel sogar auf die 2. Danach wurde der Titel noch vielfach gecovert, etwa von Yazz, Sheena Easton und Westlife. Anschließend hören wir Vanilla Fudge mit „You Keep Me Hangin’ On“. Die Single war unter 3 Minuten lang, auf der LP wurde der Titel auf 6 Minuten 45 Sekunden gestreckt. Die Single erreichte Platz 6 der Charts. Die Originalversion stammt von den Supremes aus dem Jahre 1966. Der Komponist ließ sich durch das Morsesignal einer Radionachrichtensendung zum Guitarrenriff des Songs inspirieren.

Lamont Dozier ist auch Mitautor des Titel „(Love Is Like A) Heat Wave“. Der Titel war im Original ein Hit für Martha & The Vandellas 1963. Die Mischung Gospelbackbeats, Jazzelementen und Doowop-Gesang wurde zum ersten Beispiel des später so typischen „Motown-Sounds“. Wir hören die Coverversion aus dem Jahre 1975 von Linda Ronstadt und wurde veröffentlicht auf ihrem Album „Prisoner In Disguise“. Ihre Version erreichte Platz 5 in den amerikanischen Charts. Eine weitere bemerkenswerte Version stammt von der Schauspielerin Whoopi Goldberg aus dem Film „Sister Act“.

Einen ihrer größten Erfolge feierte Mariah Carey mit dem Titel „I’ll Be There“. In den deutschen Charts erreichte sie damit nur die 33, aber die Nummer 1 in den USA und Kanada. Am 7. Juli 2009 sang sie diesen Titel beim Gedächtniskonzert für den verstorbenen Michael Jackson, denn dieser hatte den Titel mit den Jackson 5 bereits 1970 auf Platz 1 der amerikanischen Charts gebracht. Michael sang die Leadstimme gemeinsam mit seinem Bruder Jermaine. Der letzte und damit erfolgreichste Titel unserer Sendung stammt von Coolio und L.V.: „Gangsta’s Paradise“ aus dem Film „Wilde Gedanken“. Dieser Titel beginnt mit einem Zitat aus dem 23. Psalm und benutzt die Musik aus Stevie Wonders „Pastime Paradise“. Diesen Titel, den Wonder selbst geschrieben hatte, stammt aus seinem Album „Songs In The Key Of Life“ und wurde nicht als Single veröffentlicht.

Viel Spaß wünscht
Ted

Special: Die größten Motown-Hits

28. August 2009

Vor 50 Jahren gründete der Produzent und Komponist Barry Gordy jr. ein eigenes Plattenlabel. Geleitet wurde er von der Erkenntnis, dass nur durch eine eigene Plattenfirma viel Geld zu verdienen ist. Da er selbst Afroamerikaner war, beschäftigte er nur ebenfalls Afroamerikaner. Das Label Motown errang dadurch nicht nur eine wichtige Stellung in der Popmusik, sondern auch in der Frage der Rassenintegration in den USA. Der Firma Motown widmen wir unsere 341. Sendung.

Einer der ersten Künstler, die bei Motown unterschrieben war Barret Strong. Er lieferte mit seiner Single „Money (That’s What I Want)“ den ersten Hit für Motown 1960 und hiermit beginnen wir unsere Sendung. Wichtiger war er für die Firma jedoch als Textautor, wobei er Hits schrieb wie „I Heard It Through The Grapevine“ für Marvin Gaye, „War“ für Edwin Starr oder „Cloud Nine“ für die Temptations. Diese Hits werden wir alle in unserer Sendung spielen. Der zweite Titel, den wir spielen, stammt von “The Miracles featurign Bill ‚Smokey’ Robinson“, wie es auf dem Label angegeben war. „Shop Around“ erreichte 1960 als erste Motown Single die Spitze der amerikanischen Charts. Der Titel über eine Mutter, die ihrem Sohn rät, wie er eine Freundin finden kann, wurde von Barry Gordy selbst geschrieben.

Anschließend hören wir die Debütsingle des Frauentrios The Marvelettes. Geschrieben wurde der Titel von William Garrett, der damalige Freund von Georgia Dobbins, die bei den Proben noch Mitglied der Marvelettes war. Sie verließ jedoch die Gruppe und Barry Gordy ließ den Titel von Brian Holland und Robert Bateman überarbeiten. In dieser Form wurde er zu einem, später vielfach gecoverten, Hit. Danach spielen wir einen Hit der Contours, „Do You Love Me“. Diese Gruppe musste zweimal bei Barry Gordy vorspielen, um einen Plattenvertrag zu bekommen, beim ersten Male wurden sie abgelehnt. Anschließend verwendete sich jedoch Jackie Wilson für sie. Gordy schrieb den Hit zunächst für die Temptations, ließ ihn dann aber von den Contours aufnehmen.

Der erste große weibliche Star des Labels war Mary Wells, die „Queen Of Motown“. Sie konnte mit einer Reihe von Hits, die Brücke zum weißen Poppublikum schlagen. Die meisten wurden geschrieben vom Smokey Robinson, so auch „You Beat Me To The Punch“ aus dem Jahre 1962, das wir spielen. Der Titel wurde mit einem Calypso-Beat produziert und inspirierte einen Antwortsong von Gene Chandler („You Threw A Lucky Punch“). Der erste Nummer-1-Hit für Stevie Wonder war auch die erste Liveaufnahme, die die Nummer 1 der amerikanischen Charts erreichte: „Fingertips Part 2“. Der Titel wurde berühmt für Wonders Mundharmonika- und Bongoeinsätze. Am Schlagzeug ist Marvin Gaye zu hören.

Marvin Gaye ist dann auch Co-Autor des nächsten Titels „Dancing In The Street“ von Martha And The Vendellas. Die Idee zum Text kam dem anderen Autor Mickey Stevenson, als er an einem heißen Sommertag Menschen in den Straßen Detroits sah, die sich unter den Fontänen geöffneter Wasserhydranten in den Straßen abkühlten. Für Martha & The Vendellas wurde der Ttiel zu einem „Signature Song“. Die erfolgreichte weibliche Gruppe für Motown waren jedoch die Supremes, die es auch in die deutschen Charts gebrachten haben und sogar noch in Rudi Carrels „Am laufenden Band“ auftraten. Wir hören von ihnen „Baby Love“.

Viel Spaß wünscht
Ted

Deutsche Hitparade vom 16. August 1976

22. August 2009

In der 340. Ausgabe der Happydays gehen wir 33 Jahre zurück und spielen die Automatenmarkt Hitparade vom 16. August 1976.

Den Anfang macht die britische Band The Real Thing mit „You To Me Are Everything“. Es war ihr erster Hit in den deutschen und ihre einziger Nummer 1 in den britischen Charts. Der Titel war der erste Nummer-1-Hit für eine britische Schwarze Band in England. Der Titel wurde geschrieben und produziert von Ken Gold und wurde bereits 1976 vielfach gecovert. Anschließend hören wir einen deutschen Spaß-Titel „Ein Korn im Feldbett“, die Parodie auf „Ein Bett im Kronfeld“ von Fips Asmussen. Obwohl Asmussen von seinen Witz-LPs sieben Millionen Stück verkauft haben soll und drei goldene sowie eine Platin-Schallplatte erhalten hat, war dieser gesungene Titel der einziger, der in deutschen Charts verzeichnet wurde.

Von der R&B-Gruppe The Manhattans spielen wir „Kiss And Say Goodbye“. Den Titel hatte die gruppe zuerst als Demo mit ihrer eigenen Background-Gruppe Little Harlem aufgenommmen. Die Produzenten entschieden sich jedoch dafür, die Aufnahme mit der Phillysound-Gruppe MFSP zu machen. In dieser Version wurde der Titel zu einem Hit. Anschließend folgt ein Klassiker der Disco-Musik: Boney M. mit ihrem ersten Hit „Daddy Cool“. Um zu entscheiden ob dieser Titel die A-Seite der Single werden soll oder ab Boney M.s Version von „No Woman No Cry“ wurden beide Titel vom Produzenten Frank Farian in einer Saarbrücker Diskothek getestet. Das Publikum entschied für „Daddy Cool“. Den Durchbruch brachte ein spektakulärer Auftritt der Gruppe mit diesem Titel im ARD-Musikladen.

Es folgt eine pompöse Hymne mit John Miles’ Hit „Music“. Der Titel stammt aus seinem Album „Rebel“ und auf dem Cover ist er in einer James-Dean-Pose abgebildet. Der Produzent des Titels war Allan Parsons, bei dessen Projekten er mehrfach mitwirkte. So sang er bei den Aufnahmen „The Cask Of Amontillado“ und „The System Of Dr. Tarr And Prof. Feather” des Albums “Tales Of Mystery And Imagination”. Anschließend folgen Paul McCartney & Wings mit “Silly Love Songs”. Den Titel schrieb Paul McCartney, weil ihm von Kritikern gelegentlich vorgeworfen wurde, nur leichte Liebeslieder zu schreiben. Er versuchte daraufhin mit diesem Titel sich in Richtung des Disco-Sounds zu bewegen, mit seiner Bassgitarren und einem Disco-Schlagzeug als führende Instrumente.

Die Top-10 beginnen mit einem holländischen Titel „Sweet Love“ von Ferrari. Der Titel erreichte in der Niederländischen Top 40 die Spitzenposition und in Deutschland Platz 8, in beiden Ländern ihr größter Hit. Geschrieben wurde der Titel vom Leadsänger Frank Faas. Auch auf der 9 liegt holländische Musik: Nico Haak mit „Schmidtchen Schelcher“. In den Niederlanden brachte Haak diesen Titel als „Foxy Foxtrott“ mit seiner Band „De Paniekzaaiers“ heraus und erreichte dort Platz 4 der Charts. Den deutschen Text schrieb der Kabarettist Hans Scheibner und der Titel erreichte bei uns ebenfalls Platz 4. Auf der 3 hören wir amerikanische Countrymusik. Die Bellamy Brothers singen „Let Your Love Flow“. Der Titel wurde zuerst Neil Diamond zur Aufnahme angeboten, der den song aber ablehnte. Auf der 2 liegt Peter Alexander mit seinem 90. Hit und seiner letzten Nummer 1 „Die kleine Kneipe“, geschrieben von Vader Abraham. Die Spitze belegt die deutsche Version von „Let Your Love Flow“. Zu Beginn hatten wir die Parodie von Fips Asmussen gehört und nun beschließt die Sendung Jürgen Drews mit „Ein Bett im Kornfeld“ mit dem text von Michael Kunze.

Viel Spaß wünscht
Ted

Special: Welttag der Jugend

15. August 2009

Im August wird der Welttag der Jugend gefeiert. Diesem Tag widmen wir unsere 339. Sendung.

Wir beginnen mit Rick Springfield und seinem Hit „Celebrate Youth“. Der Titel aus dem Jahre 1985 war die erste Single, die er aus seinem Album „Tao“ veröffentlichte. Album und Single erreichten beide die Nummer 5 der deutschen Charts, während die Single nur die 26 und das Album die 21 in den USA erreichte. Anschließend folgt Rod Stewart mit „Young Turks“, 1982 sein 15. Hit in den deutschen Charts. Besondere Aufmerksamkeit zog das Video auf sich. Es zeigt Breakdance, ein Tanzstil, der 1982 noch völlig neu war. Es soll das erste Video gewesen sein, das auf MTV Breakdance zeigte. Die schottische Gruppe The Blue Bells bringt ihren größten Hit „Young At Heart“. Der Titel wurde gemeinsam von Robert Hodgens, dem Gitarristen der Bluebells und seiner Freundin Siobhan Fahey von der Gruppe Bananarama geschrieben. Bananarama nahmen der Titel dann auch ztuerst für ihr Album „Deap Sea Skiving“ auf, veröffentlichten ihn aber nicht als Single. Die Version der Bluebellsw erreichte 1984 die 8 der britischen Charts und nach einem Einsatz in einer Werbung 1993 sogar die Nummer 1.

David Bowie besingt „Young Americans“ in einem Hit von 1975. In Deutschland kein Hit, wurde der Titel zum Durchbruch David Bowies in den USA, wo der Titel Platz 28 der Charts erreichte. Es war der erste Versuch von Bowie mit Soul-Musik, was er später als „Plastic Soul“ bezeichnete. Der Text befasst sich mit Themen wie den Watergate-Skandal und der Bürgerrechtsbewegung. Beim Hintergrundgesang kann man Luther Vandross hören. David Bowie schrieb auch den nächsten Titel „All The Young Dudes“ von Mott The Hoople. Mit diesem Titel, den Bowie für die Gruppe schrieb, rettete er sie vor der Auflösung. Die Bandmitglieder hatten vor, wegen des fehlenden kommerziellen Erfolgs sich zu trennen. Der Erfolg stellte sich mit der Single ein. Der Titel war ihr erster Hit und erreichte die Nummer 3 in England.

Zwei der ältesten Hits unseres Programms sind beide Filmschlager. Im Jahre 1960 erschien der Film „Because They’re Young“. Den gleichnamigen Hit hatte der Gitarrist Duane Eddy, der ihn mit seinem typischen Twang-Gitarrensound spielte. Im Film war eine Version mit dem Sänger und Schauspieler James Darren zu hören und geschrieben wurde das ganze von Don Costa. Gleich im Anschluss daran hören wir Cliff Richard mit „The Young Ones“, dem Titeltrack des gleichnamigen Films. Cliff Richard wird von den Shadows begleitet. Duane Eddy erreichte mit seinem Hit die 4 der Charts in den USA und Richard die 1 in England. Anschließend hören wir noch einen deutschen Hit aus dem Jahre 1961 „Als ich noch ein kleiner Junge war“. Peter Steffen konnte mit dieser seiner ersten Single die 7 der Charts erreichen und gewann damit den bronzenen Löwen von Radio Luxemburg.

Auch zwei Österreicher finden sich im Programm. Von Falco hören wir „Junge Römer“, den Titeltrack zu seinem zweiten Album. Das Album erreichte zwar die Nummer 1 der Österreichischen Charts, verfehlte jedoch ebenso wie die Single die Charts in Deutschland und wurde zu einem finanziellen Flop für Falco. Das Album wurde jedoch von den Kritikern hoch gelobt. Den Abschluss macht der aus Innsbruck stammende Gilbert. Er wirkt zunächst in den Bands Iglu und Station 99 mit, bevor er seine Solokarriere begann. Hits hatte er noch nicht und wir hören von ihm „So jung“,

Viel Spaß wünscht
Ted